Budget in Rekordzeit genehmigt

Offenbar vollauf zufrieden zeigt sich die Uzwiler Bürgerschaft mit der vom Gemeinderat vorgegebenen Finanzpolitik. Innerhalb von nur knapp zwanzig Minuten genehmigten Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am Montag alle Anträge ohne Diskussion. uzwil. Der Souverän – ein etwas hochgestochener Name für lediglich 192 von 7188 stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürgern, die den Weg in den Gemeindesaal gefunden hatten – befürwortete das Budget ohne Gegenstimme. Der Voranschlag 2001 rechnet mit einem Defizit von 649 000 Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 157 Prozentpunkten.

«Beispielhafter Schritt»

Gemeindepräsident Werner Walser bestritt, weil Wortmeldungen zum Budget ausblieben, die Bürgerversammlung im Alleingang. Mit der Einheitsgemeinde, deren erste Amtsdauer Ende Jahr endet, habe Uzwil einen beispielhaften Schritt in die Zukunft getan, sagte er. Mit der Schule in der Einheitsgemeinde werde eine Politik praktiziert, die einen Überblick über die gesamte Gemeinde erlaube und nicht nur über getrennte Teile. Die Schule wird laut Walser in der Einheitsgemeinde weit umfassender als früher getragen. Sparen lautete die Devise Die vergangene Amtsdauer sei durch Sparen geprägt gewesen, sagte der Gemeindepräsident rückblickend: «In Uzwil haben sich Gemeinderat und Bürgerschaft auf das für eine lebenswerte Gemeinde notwendige Leistungsangebot zurückgehalten.» Einzige neue Leistung sei die Bibliothek, die politisch durchaus «als ein Muss» betrachtet werden könne.In der Amtsdauer 1997 bis 2000 hat die Gemeinde über 24 Millionen Franken brutto oder gut 22 Millionen Franken netto investiert.

Trotzdem hat die Nettoverschuldung laut Walser in dieser Zeit nur um etwa 2,5 auf gut 29 Millionen Franken zugenommen. Der Gemeindepräsident unterliess es auch nicht, darauf hinzuweisen, dass die Nettoverschuldung vor neun Jahren noch 45 Millionen Franken (!) betragen hatte. Heute liegt sie bei 29 Millionen Franken und ist damit, auf den einzelnen Einwohner gerechnet, unter dem kantonalen Mittel. Die Finanzplanung der nächsten vier Jahre zeigt auf, dass bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 157 Prozent nur die Erweiterung des Schulhauses Neuhof und der Entlastungsstollen Uze-Glatt als Neuinvestitionen eine

Neuverschuldung auslösen, im Übrigen aber die Werterhaltung eigenfinanziert werden kann.Nach den offiziellen Traktanden wurden langjährige Behördemitglieder verabschiedet. Die Schulrätinnen Monika Gerteis und Susanne Brücklmeier treten nach achtjähriger Amtsdauer zurück. Aschmann und Bauer Aus dem Gemeinderat verabschieden sich Bernard Aschmann (SP) und Marcel Bauer (FDP). Aschmann gehörte der Exekutive seit 1993 an. Damals hatte er die Nachfolge von Walter Stäheli angetreten.

Von 1981 bis 1992 war Aschmann Mitglied des 
Sekundarschulrates gewesen. Schwerpunkte seiner Ratstätigkeit bildete das Ressort Kultur/Freizeit/Gesundheit. Aschmann war 
auch Mitglied der Finanz- und Liegenschaftenkommission. Marcel Bauer gehörte dem Gemeinderat während dreier Amtsdauern an. 1989, als er die Nachfolge von Fritz Leuenberger antrat, galt Bauer als Vertreter der Industrie. Er setzte sich aber auch nach Kräften für das Gemeinwohl ein. Marcel Bauer oblag das Ressort Umwelt, Land- und Volkswirtschaft. Ausserdem war er Vize-Präsident und Mitglied der Finanz- und Liegenschaftenkommission